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Vom Eigensinn der Damen
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“Vom Eigensinn der Damen“ ist eine kleine Ausstellung auf Schloss Nossen, die vom Leben adliger Damen jenseits aller Klischees und Vorurteile berichtet. So gelten beispielsweise Handarbeit, schöne Kleider, prachtvolle Hochzeiten, Haushaltführung und pflichtgemäße Erziehung eines Stammhalters klischeegemäß als wichtige Bestandteile des Lebens einer adligen Dame. Einige der sechs für die Ausstellung ausgewählten Damen aus der Geschichte des sächsischen Adels haben sich aber so weit von vorbestimmten Normen befreit, dass sie im damaligen Sinne den Rahmen sprengten und Großes vollbrachten. Sie erkämpften sich Handlungsspielräume und folgten ihren eigenen Lebenskonzepten. Ob als bildungshungrige Briefeschreiberin, als kreative Landschaftsgestalterin, als kompetente Wirtschaftsförderin oder als dichtende Gesellschaftsdame mit einem eigenen künstlerischen Salon – die sechs Damen, die in der Ausstellung vorgestellt werden lebten ein schillerndes, aufregendes und
selbstbestimmtes Leben.
Unter anderem berichtet der „Eigensinn der Damen“ von der adligen Nonne Cecilia von
Haugwitz, die ihre machtvolle Position als Äbtissin freiwillig aufgab, um ihrem Gewissen zu folgen und zum lutherischen Glauben konvertieren zu können. Die Salondame Christiane Maria von Ziegler wird vorgestellt, die ihren eigenen künstlerischen Salon in Leipzig einrichtete und selbst Lyrik verfasste. Von der Wirtschaftsförderin Helena Dorothea von Schönberg wird berichtet, die im Rittergut Limbach die Strumpfwirkerei förderte. Die Ausstellung stellt auch die gelehrte Adlige Johanna Erdmuthe von Bünau vor, die im Briefwechsel mit Christian Fürchtegott Gellert stand und sich so Zugang zu höherer Bildung verschaffte. Das Leben und Wirken der Schöpferin des Landschaftsgartens im Seifersdorfer Tal bei Dresden Johanne Margarethe Christina Gräfin von Brühl ist Gegenstand der Ausstellung. Schließlich erfährt der Besucher über die Hofdame Louise Freiin von Friesen, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehrte und unabhängig eine Karriere als Hofdame der Königin Amalie von Sachsen meisterte.
Die Ausstellung zeigt etwa achtzig originale Exponate, teilweise Leihgaben aus Privatbesitz und darüber hinaus noch mehrere Reproduktionen empfindlicher Dokumente und Interviews an einer Medienstation. Das wissenschaftliche Konzept für die neue Sonderausstellung erarbeiteten Vicky Rothe und Martin Arnold. Beide bieten in den kommenden Monaten auch Sonderführungen durch die Ausstellung an. Termine: 10. Juni, 8.Juli, 12.August und 30.September 2012, jeweils 15:00Uhr
http://www.schloss-nossen.de/

