Ein unmoralisches Angebot von der Heimatzeitung

23.07.2008 - Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

Foto: © Uta Herbert / PIXELIO

Gewinnspiel mit teuren Folgen für hunderte Abonnenten

Bei Gewinnspielen kann man eher verlieren, als dass die versprochenen Millionen das ausgezehrte Konto auffrischen helfen. Das wusste natürlich auch der Mitfünfziger aus Leipzig, der das „Dankeschön für die Leser dieser Zeitung“ in seinem Briefkasten zunächst kritisch beäugte. Doch wenn ihm seine Heimatzeitung „Eine ganz besondere Gelegenheit“ verspricht, könnte es dieses Mal vielleicht doch klappen.

So wie er dachten auch im Raum Chemnitz hunderte Zeitungsabonnenten, die dieses Dankeschön ihrer Tageszeitung ebenfalls im Briefkasten fanden und mitspielten. Zuerst erhielten sie die gute Nachricht – einen „wertvollen Reisegutschein von Time for Holiday“. Zwei Tage später kam die schlechte Nachricht – der Mitspielbeitrag bei win200 für September bis Februar in Höhe von 99 Euro wird „wie vereinbart von Ihrer Bankverbindung, Kto.Nr. … abgebucht“.

So hatte sich der Leipziger das allerdings nicht gedacht. Schließlich nannte er die Kontoverbindung am Telefon nur, um den versprochenen „Sofortgewinn“ zu erhalten. „Ein großer Fehler“, bedauert Renate Janeczek von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Derart sensible Daten sollten niemals am Telefon preisgegeben werden, denn es gibt inzwischen unzählige Beispiele, in denen Gutgläubige auf diese Weise und ohne ihr Wollen in Verträge gedrängt wurden.“

Vertraut man den vielen Gewinnversprechen, die täglich in den Briefkästen landen, müssten die Sachsen ein Volk von Gewinnern sein. „Schade nur, dass die Realität ganz anders ist“, bedauert Janeczek.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e. V.
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