Wer darf den Strom abrechnen?

24.03.2014 Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

Andreas Morlok / pixelio.de

Care Energy-Kunden wundern sich über Stromrechnung der Stadtwerke Leipzig: Verbraucherzentrale Sachsen klärt auf

Frau T. aus Leipzig bezieht seit Anfang 2013 ihren Strom vom Hamburger Energielieferanten mk-power Ihr Energiedienstleister GmbH&CoKG, bekannt unter dem Label Care Energy. Nun erhielt sie von den Stadtwerken Leipzig GmbH eine Rechnung über Stromlieferung seit November 2013, während gleichzeitig Care Energy die Abschläge für diesen Zeitraum geltend macht. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen erklärt: „Die Forderung ist korrekt, denn die Care Energy-Kunden im Leipziger Raum werden seit 1. November 2013 von den Stadtwerken Leipzig in der so genannten Grund- bzw. Ersatzversorgung und nicht mehr von Care Energy beliefert.“ Hintergrund ist, dass der Leipziger Netzbetreiber dem Anbieter Care Energy zum 31.10.2013 die Durchleitung von Strom durch sein Netz aufgekündigt hat. Diese Kündigung wurde im Januar auch gerichtlich bestätigt (LG Leipzig, Az., 01 HKO 3576/13 nicht rkr.). Care Energy kann seit diesem Datum seinen Strom nicht mehr durchs Leipziger Netz leiten. Das führt aber nicht zur automatischen Beendigung des Vertrags. Frau T. sieht sich damit zwei Gläubigern für den nur einmal gelieferten Strom ausgesetzt. Um dies zu verhindern, kann Frau T. den Vertrag mit Care Energy wegen ausbleibender Lieferung fristlos kündigen, sollte aber den Anbieter zuvor nochmals unter Fristsetzung zur Lieferung auffordern. Für die Zeit seit 1. November 2013 kann sie außerdem die Zahlung verweigern, weil der Anbieter auch da schon nicht liefern konnte. Henschler weist jedoch darauf hin, dass die Abschläge an die Stadtwerke Leipzig als tatsächlichem Stromlieferanten unbedingt zu zahlen sind. „Wer dies verweigert, riskiert binnen kurzer Zeit eine Stromsperre.“ Da die Grundversorgung oftmals sehr teuer ist, empfiehlt es sich für Frau T. außerdem, nach günstigeren Stromangeboten schauen.

Ratsuchende können sich an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. Am Termintelefon kann unter der Nummer 0341-6962929 montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr ein Beratungstermin vereinbart werden.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
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