Wie finde ich einen Psychotherapeuten?

27.07.2012 Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

Gerd Altmann / pixelio.de

„In Deutschland ist es häufig schwierig, zeitnah einen Platz bei einem
Therapeuten in der Nähe zu bekommen“, sagt Gudrun Brosch von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Köln. Das Problem zeigt der Fall von Anna L., die seit drei Jahren unter Panikattacken leidet. Eine Freundin hatte ihr einen Psychotherapeuten empfohlen, der in einem halben Jahr einen Therapieplatz anbieten konnte. Für Frau L. eine lange Wartezeit: Seit kurzem sind ihre Attacken so schlimm, dass sie nur noch in Begleitung ihres Mannes das Haus verlassen kann.

„In einem solchen Fall ist die Suche nach einem freien Platz besonders eilig“, sagt Brosch. Unterstützung biete eine Datenbank mit allen
kassenzugelassenen ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten. Geführt wird sie von den Kassenärztlichen Vereinigungen der
Bundesländer. „Manchmal können diese auch freie Therapieplätze nennen“, so die Patientenberaterin. Eine Datenbank mit freiwilligen Einträgen von Therapeuten mit und ohne Kassenzulassung gäbe es zudem vom Psychotherapie-Informationsdienst.

Eine weitere Möglichkeit, die aber nicht immer leicht durchzusetzen sei, ist die Kostenerstattung. Erhalten Patienten keine zeitnahe Versorgung bei einem kassenzugelassenen Therapeuten, müsse die Kasse auch die Kosten für eine Behandlung in einer Privatpraxis zahlen, wenn dort ein Platz frei ist.

„Dieser Anspruch ist in § 13 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches V geregelt und gilt gegenüber allen gesetzlichen Krankenkassen“, erklärt Brosch. „Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man vor Beginn der Therapie allerdings einen Antrag auf Kostenerstattung bei seiner Kasse stellen und eine schriftliche Zusage haben.“

UPD-Tipp: Die Bundespsychotherapeutenkammer hat einen aktuellen
Ratgeber zur Kostenerstattung herausgegeben, der kostenlos auf der
Internetseite http://www.bptk.de heruntergeladen werden kann. Weitere Hilfe bei der Suche nach einem Psychotherapeuten finden Sie bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (http://www.kbv.de) und dem Psychotherapie-Informationsdienst (http://www.psychotherapiesuche.de).

Die UPD berät im gesetzlichen Auftrag zu gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen in 21 regionalen Beratungsstellen, über ihre Internet-Beratung (www.upd-online.de) und ein kostenfreies* Beratungstelefon.
Deutsch: 0800 0 11 77 22 (Mo. bis Fr. 10-18 Uhr, Do. bis 20 Uhr)
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Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
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