Partnersuche per Smartphone: immer neue Dating-Apps auf der Suche nach Nutzern

Dana -
© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
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Die voranschreitende Digitalisierung nimmt vor allem Einfluss auf die Wirtschaft und unsere Arbeitswelt. Doch auch das Liebesleben wird zunehmend von dieser Entwicklung erfasst: Allein zwischen 2005 und 2015 haben sich die Umsätze von Online-Partnervermittlungen mehr als verdreifacht - von 26,1 auf 81,5 Millionen Euro jährlich. Dass so viele Singles mittlerweile bereit sind, Geld für die Partnersuche im Internet auszugeben, hat einen einfachen Grund: Aktuellen Umfragen zufolge glauben mehr als die Hälfte der Nutzer, durch einen Partner aus dem Web tatsächlich dem Single-Leben ein Ende bereiten zu können. Wie stehen die Chancen?

Oberflächlich wegen Dating-App?

Das Flirten im Netz ist eigentlich nicht neu. Durch den Smartphone-Boom hat allerdings ein nicht zu unterschätzender Wandel stattgefunden: In den sozialen Netzwerken bekommen wir ständig Bilder von glücklichen Paaren zu sehen, der Druck aufs Singles erhöht sich damit; schließlich werden sie jederzeit an ihre Situation erinnert - den Wunsch nach einer funktionierenden Beziehung und Bestätigung durch den Partner hegen fast alle Menschen.

Die Suche im Internet im Allgemeinen und per Dating-App im speziellen strahlt für viele Alleinstehende einen unbeschreiblichen Reiz aus: Egal wie die Vorlieben gelagert sind, es steht eine scheinbar unerschöpfliche Menge an potentiellen Partnern zur Verfügung. So überrascht es auch kaum, dass die Entwicklung der Apps zweifelsfrei eine gewisse Oberflächlichkeit zu erkennen gibt. Vor einiger Zeit war es durchaus noch üblich, dass neben dem Foto noch einige Angaben in einem Profil gemacht wurden.

Die Erfolgsgeschichte von Tinder zeigt allerdings, dass es den meisten Menschen darauf gar nicht anzukommen scheint - hot oder not, mit einem Wisch werden potentielle Partner von uninteressanten Singles getrennt. Aufmerksame Soziologen beobachten bereits, dass viele Nutzer sich gar nicht mehr die Mühe geben, den Gegenüber näher kennen zu lernen, sobald ein störendes Detail ausgemacht wurde.

Immer neue Anbieter suchen sich Nische

Abseits dieser eher oberflächlichen Bekanntschaften sind viele neue Apps auch mit innovativen Konzepten darum bemüht, sich von der bereits etablierten Konkurrenz abzusetzen. Ein interessantes Beispiel in diesem Zusammenhang ist der Newcomer Jaumo: Zu den Besonderheiten der Applikationen zählt die Tatsache, dass vor allem jüngere Singles im süddeutschen Raum angesprochen werden.

Damit wird einem prinzipielles Problem der Partnersuche per App begegnet: Die zumeist nicht unerheblichen Entfernungen, welche eine dauerhafte Partnerschaft schwierig oder gar unmöglich machen. Dass das Verlieben per App durchaus möglich ist, zeigen aktuelle Zahlen: Bereits jedes dritte Paar hat sich online kennengelernt, die Anzahl der Nutzer von Singlebörsen hat die Marke von 8 Millionen bereits hinter sich gelassen. Es dürfte also davon ausgegangen werden, dass auch künftig neue Anbieter auf den Markt drängen, um möglicherweise eine neue Nische zu besetzen. Auch künftig dürfte der Markt so einige Innovationen hervorbringen - hoffentlich zum Vorteil der Singles.