Von Pfauen und Kräutern: außergewöhnliche Sommerbepflanzung im Schlosspark Pillnitz

Dana -

Die floralen Inszenierungen im Rahmen des Themenjahres »Der Gärtner des Maharadschas – Ein Sachse bezaubert Indien« im Schlosspark Pillnitz laden ab 1. Juni 2016 ein, indisches Flair zu genießen.

Am 31. Mai 2016 stellte der Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Dr. Christian Striefler gemeinsam mit der Kuratorin Dr. Anja Eppert, der Schlossleiterin Sybille Gräfe, dem Gartenmeister Wolfgang Friebel und Steve Seegeler vom Büro perspektive.grün Landschaftsarchitektur + Garten- und Landschaftsbau GbR beim Rundgang mit Medienvertretern die floralen Inszenierungen im Schlosspark Pillnitz vor. Diese sind Teil des Themenjahres „Der Gärtner des Maharadschas - Ein Sachse bezaubert Indien“ und erinnern an historische Vorbilder europäischer und indischer Gartengestaltung aus dem neunzehnten Jahrhundert.

Teppichbeete nach historischem Vorbild

Teil der Inszenierungen sind beispielsweise exotisch anmutende Teppichbeete im Lustgarten. Diese sehr pflegeintensiven Teppichbeete stammen aus der Gartenmode des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die eine idealisierte Vorstellung von exotischen Gefilden widerspiegelte. Durch die Verwendung bodendeckender und kontraststarker Blattschmuckpflanzen, hier handelte es sich oft um Importe oder Neuzüchtungen, wird der Eindruck eines gepflanzten Teppichs erzeugt.

Bei der Gestaltung von Teppichbeeten wurden oft widerstandsfähige Blattschmuckpflanzen in gelbgrünen, grauen und roten Färbungen verwendet. Zu dieser Grundform kamen aber auch zunehmend Palmen, Gräser, Sommerblumen und Prachtstauden mit kräftigen Blütenfarben. Der exotische Pflanzenschmuck fand reichen Anklang auf Stadtplätzen, in öffentlichen Parkanlagen und in privaten Gärten. Auch im Pillnitzer Lustgarten steigerte die zunehmend aufwendige Gestaltung den Pflanzenbedarf bis Ende des 19. Jahrhunderts auf das Vierfache. Sie prägten aber auch die indische Gartengestaltung zur Wirkungszeit von Gustav Hermann Krumbiegel, welchem das Themenjahr gewidmet ist.

Die Teppichbeete und bepflanzte Bänder, die im Rahmen des diesjährigen Themenjahres den Pillnitzer Lustgarten zieren, bestehen aus insgesamt rund 36.700 Pflanzen, darunter unter anderem ca. 17.500 Stauden und Sommerblumen. Außerdem kommen Palmen, Blattschmuckstauden wie Alternanthera, Iresine, Perilla oder auch Senecio zum Einsatz.

Blumentreppe am Neuen Palais

Eine Besonderheit der floralen Inszenierungen wird die Gestaltung der Freitreppe zum Neuen Palais als Blumentreppe sein. Insgesamt rund 1.100 Töpfe mit bunten Sommerblumen, wie beispielsweise Tagetes (Studentenblume), Lobelien, Verbene oder auch Ziertabak stehen, zur farbenprächtigen Blumentreppe arrangiert, vor dem Neuen Palais im Pillnitzer Lustgarten. Blumentreppen dieser Art sind beliebte Elemente der Gestaltung in indischen Parks, Gärten und Städten, wie beispielsweise in Lal Bagh / Bangalore.

Zwei Pfauen, bunt geschmückt…

Zweifellos DER Hingucker schlechthin werden die beiden meterhohen Pfauenskulpturen sein, die im ersten Heckengarten am Wasserpalais erwachsen. Das Gefieder wird aus farblich abgestimmten Sukkulenten in der Farbpalette hellgrün bis dunkelblau gebildet, Körper und Kopf wurden vom Figurenbau Peter Ardelt aus Dresden detailliert geformt und bemalt. Die eleganten Pfauen gelten in Indien als heilig, in Europa symbolisieren sie Schönheit und königliche Eleganz.

Fotoausstellung in den Heckenquartieren und exotische Gewürze im Kräutergarten

Speziell für das Pillnitzer Themenjahr schuf der indische Fotografen Suresh Jayaram fotografische Naturimpressionen der exotischen Farben-, Formen- und Pflanzenwelt Indiens. In einem der sieben Heckengärten, dem sogenannten Kräutergarten, sind zwölf großformatige Bilder der Baumriesen von Bangalore zu sehen: in der Millionenstadt gedeihen Pflanzen aus aller Welt und anders als in hiesigen Gefilden blüht es dort ganzjährig.

Ebenfalls im Kräutergarten wird es „kulinarisch-indisch“. Pfeffer, Ingwer, Koriander & Co. sind auch hierzulande kaum aus der Küche wegzudenken. Neben den „klassischen“ Kräutern zeigen in diesem Jahr auch diese aromatisch-exotischen Gewürzpflanzen ihre Blätter, Blüten und Früchte.

Das Themenjahr 2016 in Schloss & Park Pillnitz

Zu Ehren des Gärtners Gustav Hermann Krumbiegel, der vor 150 Jahren in Lohmen bei Dresden geboren wurde, in Pillnitz das Gärtnerhandwerk erlernte und in Indien als Gartengestalter berühmt wurde, veranstaltet die SBG gGmbH im Jahr 2016 in Schloss & Park Pillnitz ein Themenjahr mit dem Titel „Der Gärtner des Maharadschas – Ein Sachse bezaubert Indien.“

Im Rahmen des Pillnitzer Themenjahres erwarten die Besucher eine Sonderausstellung im Schlossmuseum (30. April bis 1. November 2016, Di-So 10:00 bis 18:00 Uhr) und florale Inszenierungen im Schlosspark (1. Juni bis 3. Oktober 2016, tgl. 9:00 bis 18:00 Uhr).

Umrahmt wird das Themenjahr mit Veranstaltungen, wie Yoga im Park und Rangoli-Legen, aber auch Fachvorträgen, einer Floristikausstellung in der Orangerie und indische Spiele anlässlich des Pillnitzer Spielewochenendes finden statt. Alle Veranstaltungen auf www.schlosspillnitz.de

Eintrittspreise zum Themenjahr

Das „Tagesticket Schloss & Park Pillnitz“ (8,00 € / ermäßigt 6,00 €, Gruppen 7,00 €), umfasst den Besuch des Parks, des Palmenhauses, des Schloss- und des Kunstgewerbemuseums inklusive der Sonderausstellungen.

Im Zeitraum der Gartenausstellung wird auf das „Tagesticket Park Pillnitz“ (gültig für Park & Palmenhaus) ein Themenjahrzuschlag in Höhe von 1,00 € pro Ticket erhoben (1. Juni bis 3. Oktober 2016: voll 3,00 € / ermäßigt 2,00 € / Gruppen 2,50 € | ab 4. Oktober bis 1. November 2016: voll 2,00 € / ermäßigt 1,00 € / Gruppen 1,50 €). Die Jahreskarte „Gartenfreund für 1 Jahr“ bleibt im Preis ganzjährig unverändert (voll 8,00 €, ermäßigt 4,00 €).

Quelle: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH