Wiedereröffnung des Herrenhauses auf Burg Mildenstein

Dana -
Blick von der Mulde auf Burg Mildenstein / © Schlösserland Sachsen
Blick von der Mulde auf Burg Mildenstein / © Schlösserland Sachsen

Am Westrand des großen Burghofes befindet sich das Herrenhaus, welches zu Zeiten der Gotik unter der Herrschaft von Wilhelm den I. und später von seinem Neffen Friedrich dem Streitbaren umgebaut und ausgebaut wurde. Mit dem Herrenhaus erhielt die Burg einen weiteren repräsentativen Saal im 1. Obergeschoss, die sogenannte Fürstenstube. Durch die Teilung des Raumes entstand eine Stube mit Kammer, über deren Nutzung wenig bekannt ist. Später beherbergte es Amtsstuben und in der jüngsten Vergangenheit Museums- und Verwaltungsräume.

Hofstube und Schwarzküche im Erdgeschoss

Nach mehrjähriger Bautätigkeit öffnen sich nun wieder die Tore des Herrenhauses für die Besucher der Burganlage. Im Erdgeschoss sind die ursprüngliche Hofstube und eine große Schwarzküche wieder entstanden, die dazu einladen mit großen oder kleinen Burgbesuchern gemeinsam zu kochen und anschließend in geselliger Runde, die hoffentlich gut gelungene Suppe zu verspeisen.

Dauerausstellung in der Tafelstube

Zur neuen Dauerausstellung: „Der Hof der jungen Herrschaft“ - Burg Mildenstein als kurfürstliche Kinderstube - steigt man den Wendelstein eine Etage nach oben in die sogenannte Tafelstube. Bis etwa 1450 ist Leisnig kurfürstliche Kinderstube und zeitweise Nebenresidenz. Vor allem die Kinder des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und seiner Frau Margaretha von Österreich verbringen ab 1437 längere Aufenthalte auf der Burg. Vom Leben der kurfürstlichen Familie auf Burg Mildenstein lässt sich anhand der großen Zahl überlieferten Amtsrechnungen und originalen Grabungsfunde ein detailreiches, anschauliches Bild zeichnen. In der Tafelstube werden Aspekte des Alltagslebens am Prinzen- und Prinzessinnenhof aber auch der Übergang von der Reiseherrschaft zur Residenz aufgezeigt.

Interaktives Wimmelbild zum Mitmachen

Aspekte wie die Säuglingspflege, die medizinische Versorgung und die Bildung/Erziehung der Kinder werden genauso beleuchtet, wie die Auswahl an „Freizeitmöglichkeiten“ die es damals im Hochmittelalter gab. Im Mittelpunkt steht dabei der „gedeckte Tisch“, der auch die Sonderwünsche der kleinen Herrschaften verrät. Neben den Hofgewändern, die von jung und alt probiert werden können, lädt ein großes interaktives Wimmelbild zum Mitmachen ein. Entdecken Sie den Marschall, die Amme oder den Küchenmeister mittels Tablet und lassen sie sich von deren Aufgaben erzählen. Die Dauerausstellung im Herrenhaus setzt die interaktive und damit vor allem familienfreundliche Gestaltung fort.

Daneben erstrahlt die Fürstenstube mit einer beeindruckenden Kassettendecke, einem rekonstruierten Renaissance - Kachelofen und steinernen Kamin im herrschaftlichen Glanz. Dieser festliche Saal wird ein Raum für standesamtliche Trauungen, private Vermietungen und interessante Veranstaltungsreihen. Somit wird ein weiteres Kapitel der Burg- und Baugeschichte von Mildenstein sichtbar gemacht.

Weitere Informationen unter www.burg-mildenstein.de

Quelle: Schlösserland Sachsen