Das Energielabel wird 20

dana - Freitag, 18. Mai 2018 - 13:02 Uhr
Haushaltsgeld.net / pixelio.de
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Der Energiewandel hat zweifelsfrei den Vorteil, dass die deutsche Bevölkerung vom Schicksal der Einwohner Tschernobyls und Fukushimas verschont bleibt, doch hat er auch zu den höchsten Energiepreisen Europas geführt. Daher nimmt, bei der Anschaffung eines neuen Haushaltsgerätes, die Energieeffizienz ein immer höheres Kaufkriterium ein.

Das Energieeffizienzlabel im Wandel der Zeit

Vor 20 Jahren trat die EU-Verordnung zur Kennzeichnungspflicht elektrischer Geräte in Kraft. Die Skala reichte seinerzeit von den Energieeffizienzklassen A bis G. Da der Vertrieb von Geräten der Klassen F und G zwischenzeitlich untersagt wurde, erfolgte die Erweiterung der Skala um die Klassen A+, A++ und A+++. Über die Energieeffizienzklasse hinaus, gibt das Energielabel auch den jährlichen Energiebedarf sowie die Leistungsaufnahme im Nennbetrieb an. Doch wie jede größere Institution, ist auch die EU nicht frei von Fehlern. So ist die Energieeffizienzskala nicht einheitlich definiert worden. Während für die meisten Geräte die volle Skala verwendet wird, ist unter anderem für Fernsehgeräte die Klasse A++ die höchste Kategorie. Da derartige Hilfsmittel Teile der Bevölkerung verunsichert haben, erfolgt nun die Rolle rückwärts. Ab Ende 2019 soll die alte Skala, mit den Klassen A bis G, wiedereingeführt werden und zwar für alle Gerätetypen.

Weltmeister im Energiesparen

Die Deutschen scheinen gerne Titel zu sammeln. Zusätzlich zur Weltmeisterschaft im Fußball, sind sie auch führend im Erwerb elektrischer Geräte mit der Energieeffizienzklasse A+++. Eine Erhebung der Häufigkeit der Nachfrage auf den europäischen Seiten von idealo hat ergeben, dass die deutschen Nutzer zu 24% Informationen über diese Klasse einholen. Knapp dahinter folgen Italien (23%) und Österreich (21%). Die Spanier liegen mit 18% im Mittelfeld, während Frankreich (12%) und Großbritannien (10%) weit abgeschlagen sind. Wenig überraschend ist, dass diese Liste weitgehend anti-proportional zur Tabelle ist, die die Höhe der Energiepreise widerspiegelt. Denn aufgrund ihres dichten Netzes von Kernkraftwerken, zahlen die Franzosen und Briten europaweit am wenigsten für ihre Energieversorgung.

Energiesparen ja, aber nicht bei jedem Gerät

In Fragen des Energiesparens betätigen sich die Deutschen selektiv. So werden hierzulande Waschmaschinen zu 97% in den beiden höchsten Energieeffizienzklassen verkauft. Auch bei Kühlschränken (86%), Geschirrspülern (84%) und Wäschetrocknern (83%) bevorzugen die Deutschen Modelle mit niedrigem Energieverbrauch. Dagegen scheinen bei der Kaufentscheidung für Fernsehgeräte (25%), Dunstabzugshauben (17%) und Backöfen (1%) andere Präferenzen zu gelten. Was Fernsehgeräte angeht, ist es verständlich, dass der Fokus auf Entertainment gelegt wird. Der Grund dafür, dass die Quote der Kochgeräte so niedrig ist, dürfte in ihrem Verwendungszweck zu suchen sein. Die Deutschen möchten zur Nahrungsmittelzubereitung nun mal über qualitativ hochwertige Geräte verfügen.