Die neuen Regionalklassen - Sachsen schneidet gut ab

dana - Donnerstag, 4. Oktober 2018 - 10:39 Uhr
Pixabay © Pixaline (CC0 Creative Commons)
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Jedes Jahr aufs Neue berechnet der GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. – Schadenbilanzen für die rund 400 Zulassungsbezirke in Deutschland und teilt die Bezirke in sogenannte Regionalklassen ein. Dabei kommt es nicht darauf an, wo der Unfall passiert oder der Schaden entstanden ist. Vielmehr zählt der Wohnsitz des Fahrzeughalters.

Für die meisten ändert sich nichts

In Berlin wurden unlängst die neuen unverbindlichen Regionalstatistiken des GDV veröffentlicht. Dabei hat sich herausgestellt, dass etwa 5,4 Millionen Autofahrer in 63 Zulassungsbezirken ab dem nächsten Jahr in eine neue, bessere Regionalklasse für die Kfz-Haftpflichtversicherung eingestuft werden. Für knapp 30 Millionen Versicherte in 295 Zulassungsbezirken ändert sich nichts. Dabei ist es wichtig, zu wissen, dass eine bessere Einstufung bei der Regionalklasse in der Regel eine Senkung des Kfz-Beitrags zur Folge hat. Allerdings ist die Regionalklasse nicht die einzige Größe, die die Beitragshöhe beeinflusst. Um genauer zu sehen, wie sich der Beitrag auch im Vergleich zu anderen Versicherern entwickelt, kann es helfen, nach günstigen Autoversicherungen im direkten Vergleich zu suchen.

Gute Nachrichten für Sachsen - niemand wird schlechter eingestuft

Die veröffentlichten Zahlen sind überwiegend positiv für die Autofahrer in Sachsen. Bei den Vollkaskoversicherten kommen zehn Prozent in eine bessere Regionalklasse, bei den Teilkaskoversicherungen sind es sogar 25 Prozent. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist das Ergebnis nicht ganz so einheitlich. Die beste Schadenbilanz haben die Autofahrer in Görlitz und Mittelsachsen zu verzeichnen, wie es auch bereits im Vorjahr der Fall war. Für Bautzen und Chemnitz gelten in Zukunft höhere Regionalklassen, in der Sächsischen Schweiz sowie in Dresden niedrigere.

Die anderen Bundesländer - viele Unfälle in den Großstädten

Die Schadenbilanzen waren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein besonders positiv. Bundesweit die beste Schadenbilanz hat Uckermark in Brandenburg vorzuweisen. Hier kam es zu ungefähr 30 Prozent weniger Unfällen als im Bundesdurchschnitt. In weiten Teilen Bayerns und in Großstädten sind die Regionalklassen höher. In Berlin hat der GDV etwa 30 Prozent mehr Unfälle registriert als im bundesweiten Durchschnitt. Berlin bleibt auch 2019 weiterhin in der höchsten Regionalklasse, der Klasse 12. Das Gleiche gilt für Hamburg. In Sachsen ist Leipzig die Stadt mit der höchsten Regionalklasse für 2019, dort gilt Klasse 10.

Für Kaskoversicherte ändert sich wenig

Laut den aktuellen Statistiken des GDV ändert sich wenig für die Kasko-Versicherungen. Es gibt knapp 35 Millionen Voll- und Teilkaskoversicherte in Deutschland. Für 30 Millionen bleibt alles, wie es ist, 2,5 Millionen der Versicherten werden in eine höhere Regionalklasse eingestuft und 2,3 Millionen in einen niedrigere.

Was Kunden tun können, wenn sich der Beitrag erhöht

Durch die Schlechtereinstufung in der Regionalklasse kann es im nächsten Jahr zu Beitragserhöhungen kommen. Gleichzeitig erhöht sich allerdings die Leistung nicht. In diesem Fall haben Kunden das Recht zur außerordentlichen Kündigung. Diese Kündigung muss spätestens einen Monat, nachdem die Versicherungsgesellschaft die Erhöhung angekündigt hat, beim Versicherer vorliegen. Sie wird zu dem Zeitpunkt wirksam, ab dem die neue Prämie wirksam werden würde. Im Fall der Erhöhung der Regionalklasse bei der Kfz-Versicherung ist das in den meisten Fällen der 1. Januar des Folgejahres. Das ist in § 40 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) so geregelt und lässt sich im Internet nachlesen.