Klimawandel bedroht Anbauflächen: Wird Kaffee bald unbezahlbar?

Dana - Dienstag, 24. Oktober 2017 - 14:10 Uhr
BrandtMarke / pixelio.de
BrandtMarke / pixelio.de

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit. Ob als Espresso oder Latte Macchiato, gefiltert oder gebrüht, in Deutschland gibt es einen Pro-Kopf- Konsum von rund 160 Litern im Jahr. Doch bald könnte der Kaffeegenuss ein jähes Ende finden. Denn Kaffee könnte zukünftig zu einer Art Luxusgut avancieren, da in Folge des Klimawandels die Anbauflächen für Kaffee bis 2050 um 90 Prozent schrumpfen könnten.

Die Tasse Kaffee am Morgen ist für viele ein liebgewonnenes Ritual, welches zudem noch munter macht. Ebenso wird das koffeinhaltige Heißgetränk als wohlschmeckender Begleiter durch den Tag geschätzt und besitzt wertvolle gesundheitsfördernde Eigenschaften. Dazu gibt es immer neue Kaffeevariationen, dank der verschiedenen Zubereitungsarten und Serviermöglichkeiten, die sich findige Barista und leidenschaftliche Kaffeetrinker ausdenken.

Kaffeeernte: Klimawandel schädigt Anbauflächen

Doch die Zukunft des beliebten Lifestyle-Getränks ist jedoch durch den Klimawandel bedroht. Bereits seit mehreren Jahrzehnten verzeichnen brasilianische sowie vietnamesische Kaffeeproduzenten drastische Einbußen bei der Ernte der Kaffeebohne. So führen die steigenden Temperaturen und die anhaltende Trockenheit in einigen Anbaugebieten zu Problemen. Auch die rasant anwachsende Zahl an Schädlingen, die von dem wärmeren Klima profitieren, bereiten den Kaffeebauern sorgen.

Eine Studie des Millennium Institute in Washington DC zeigt, dass bis 2050 die Anbaugebiete in Lateinamerika klimabedingt um fast 90 Prozent schrumpfen könnten. Klimaexperten warnen zudem, dass schon eine Erderwärmung um zwei Grad die Kultivierung der sensiblen Kaffeepflanze auf heutigen Anbauflächen künftig unmöglich macht. Prognosen zufolge, ist auch der Lebensraum für den Arabica-Kaffee gefährdet. In etwa 60 Jahren könnte diese Pflanzenart vollständig ausgestorben sein.

Beim Kauf auf Fairtrade-Siegel achten

Verbraucher können helfen, diese schädlichen Umwelteinflüsse durch ihr eigenes Konsumverhalten einzudämmen. Beispielsweise sollte beim Kauf von bestimmten Produkten auf das Fairtrade-Siegel geachtet werden. Dieses verspricht dem Verbraucher, dass das Produkt nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien produziert wurde, um eine nachhaltige Entwicklung der Produzentenorganisationen in den Entwicklungs-und Schwellenländern zu gewährleisten.

Beim Kauf von Kaffee sollte auf das Fairtrade-Siegel geachtet werden, da dieses den Kaffeebauern ein konstantes Einkommen, Mitspracherecht und Unterstützung bei der Anpassung an die Umweltbedingungen sichert. Die zertifizierten Anbauflächen müssen vorgegebene Umweltstandards einhalten, um so die Natur zu schützen. Zudem bietet es den Kleinbauern Arbeitsschutz und wirkt Ausbeutung und Diskriminierung von Arbeiten sowie Kinder- und Zwangsarbeit entgegen.

“Aber auch als Kaffeehändler muss man diese Verantwortung mittragen.”, bestätigt Gourmesso. Das Unternehmen vertreibt auf www.gourmesso.de fast ausschließlich Fairtrade zertifizierten Kaffee in Kapseln.

Äthiopien: Urheimat des Kaffees betroffen

Afrika ist einer der größten Kaffeeproduzenten weltweit. Auch dort sind die Folgen des Klimawandels sichtbar und gefährden die dortige Kaffeeproduktion. Viele Millionen Menschen finden Arbeit rund um den Kaffee und bestreiten so ihren Lebensunterhalt. Der Zusammenbruch dieser großen Industrie hätte fatale Folgen.

Zudem beheimatet Äthiopien als Urheimat des Kaffees die größte genetische Vielfalt der wichtigsten Kaffeearten. So gedeihen im äthiopischen Regenwald viele verschiedene Genvarianten. Die Erhaltung dieser Wildarten ist von großer Bedeutung. Um neue widerstandsfähige Sorten zu züchten, bedarf es dieses Wildkaffees, der etwa gegen Wasserarmut wie auch bestimmten Krankheiten gewappnet ist.

Umweltbewusstes Handeln muss zum generellen Konsens in einer modernen Gesellschaft werden. Um den Klimawandel und die daraus resultierenden Folgen Einhalt zu gewähren, bedarf es zudem nachhaltige, politische Lösungen. Es wäre ein Jammer, wenn Kaffee & Co. zum Luxusgut fungieren.