Prämiensparen: Sparkasse Vogtland geht auf Kunden zu

26.06.2019 Verbraucherzentrale Sachsen e. V.
Andreas Hermsdorf / pixelio.de
Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Fehlende Gleichbehandlung und kurze Entscheidungsfristen erfordern erneute Gespräche auf Vorstandsebene

Die Kunden der Sparkasse Vogtland haben in den letzten Tagen äußerst unterschiedliche Schreiben von ihrem Kreditinstitut im Briefkasten vorgefunden. Darin wird den Kunden mit einem Langzeitsparvertrag „Prämiensparen flexibel“ eine Zinsnachzahlung angeboten, die zwischen 17 und 76 Prozent des von der Verbraucherzentrale Sachsen errechneten Betrags liegt. „Wir haben festgestellt, dass kein Schreiben dem anderen gleicht. Die Kunden, die sich bisher bei uns gemeldet haben, sind verunsichert“, so Heike Teubner, Leiterin der Beratungsstelle Auerbach. Welche Entscheidung die Betroffenen nun innerhalb der vorgegebenen 14-Tage-Frist treffen sollen, kann aufgrund der unterschiedlichen Angebote pauschal nicht beantwortet werden. „Im Rahmen der individuellen Beratung können wir jeden Fall einzeln beurteilen und die Vor- und Nachteile aufzeigen“, so Teubner.

Hintergrund sind die in Kooperation mit Sachverständigen erfolgten Berechnungen der Verbraucherzentrale Sachsen. Seit Februar 2019 haben die Verbraucherschützer rund 2.300 Verträge in Berechnung und festgestellt, dass im Durchschnitt etwa 2.500 Euro zu wenig an die sächsischen Sparer gezahlt wurde. „Wir begrüßen es sehr, dass sich die Sparkasse Vogtland nun endlich auf die Verbraucher zubewegt und ein Angebot unterbreitet“, ordnet Andreas Eichhorst den Schritt des Geldhauses ein. „Aber es kann doch nicht sein, dass die ohnehin enttäuschten Kunden derart unterschiedlich im gleichen Sachverhalt behandelt werden und mit einer 14-Tage-Frist ein solcher Druck aufgebaut wird“, so Eichhorst weiter.

Damit die Verbraucher auch weiterhin nicht allein im Kampf um ihr Geld agieren müssen, wird in Kürze ein weiteres Gespräch zwischen Sparkasse Vogtland und Verbraucherzentrale Sachsen stattfinden. „Dann  setzen wir uns weiter dafür ein, dass alle Sparer gleich behandelt werden und zu ihrem Recht, das heißt, zu ihrem Geld, kommen!“, so Eichhorst und ergänzt weiter: „Sollte das nicht im Bereich des Möglichen liegen, prüfen wir nach der Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Leipzig auch eine Musterklage gegen die Sparkasse Vogtland.“

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e. V.