Strompreise in Sachsen

dana - Freitag, 17. August 2018 - 10:03 Uhr
Pixabay © Myriams-Fotos (CC0 Creative Commons)
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In Sachsen müssen die verschiedenen Stromanbieter circa 4,2 Millionen Bürger mit Strom versorgen. Dabei sind die Hauptlieferanten die örtlichen Stadtwerke sowie die großen Energiekonzerne. Der Strompreis hat sich in den letzten Jahren mit einem starken Aufwärtstrend entwickelt und in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Zum Jahreswechsel 2018 haben in Sachsen einige Anbieter die Preise gesenkt, wie der Kamenzer Energieversorger Ewag. Dennoch sind Verbraucherschützer nicht zufrieden. Sie kritisieren, dass die Energieversorger sinkende Kosten und andere Vergünstigungen nicht an die Verbraucher weitergeben. Auch im Raum Chemnitz sind die Preise beim Hoyerswerdaer Energieversorger VBH gesunken. Eine Preissenkung von 1,69 Cent pro Kilowattstunde spart einem Vier-Personen-Haushalt rund 70 Euro pro Jahr.

Die Strompreise sind unübersichtlich

Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus vielen Komponenten zusammen. Dazu gehören Umlagen, Entgelte und Steuern. Die Ewag in Kamenz schätzt diese Entwicklung als sehr unübersichtlich für den Kunden ein. Um ein wenig Transparenz in die Strompreise zu bringen, versucht der Stromanbieter, die Preise zu erklären. So zeigt sich häufig, dass der Hauptkostentreiber nicht die Energiepreise sind. Kündigt der Stromanbieter, trotz entgegengesetztem Trend, eine Preiserhöhung an, kann das beispielsweise an der ständig steigenden EEG-Umlage liegen. Da jeder Kunde seinen Stromlieferanten frei wählen kann und bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht hat, lohnt sich ein günstiger Strompreisvergleich auf BesteStromvergleich.de. Manchmal kann es auch hilfreich sein, beim eigenen Anbieter nach einem günstigeren Tarif zu fragen.

EEG-Umlage – was bedeutet das?

Die Energiekosten machen nur etwa ein Viertel des Strompreises aus, also die Kosten für Stromerzeugung, -transport und Stromvertrieb. Ein weiteres Viertel entfällt auf die Netzentgelte. Die restlichen 50 Prozent sind Steuern, Umlagen und Abgaben. Dabei hat sich die EEG-Umlage als Kostentreiber erwiesen. Sie hat sich zwischen 2010 und 2018 mehr als verdreifacht – von 2,047 Cent/kWh auf 6,792 Cent/kWh. Zusätzlich verdient auch der Staat daran mit, da auf die EEG-Umlage ebenso Mehrwertsteuer zu zahlen ist wie auf den Strompreis.

Die EEG-Umlage, also die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz, soll dazu beitragen, erneuerbare Energien schneller auszubauen. Stromerzeuger, die Solaranlagen, Windparks und Ähnliches betreiben, bekommen von dieser Umlage eine garantierte Einspeisevergütung. Was genau die EEG-Umlage ist und wie sie funktioniert, erläutert die Bundesnetzagentur auf ihrer FAQ-Seite unter bundesnetzagentur.de. Am Anfang hielten sich die Kosten dafür in Grenzen. Durch die Entscheidung zur Energiewende hat sich das allerdings geändert. Die Bundesregierung versucht nun, gegenzusteuern, und wird das System der Einspeisevergütung reformieren. Damit will sie einen weiteren Anstieg der EEG-Umlage verhindern oder zumindest verlangsamen. Bislang hat sich das für die Verbraucher allerdings noch nicht bemerkbar gemacht.

Strompreis bleibt auf diesem Niveau

In der nächsten Zeit ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Strompreise merklich sinken. Bis 2023 machen sich noch die Effekte der hohen Einspeisvergütungen aus der Anfangszeit des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bemerkbar. Erst danach ist mit merklich sinkenden Preisen zu rechnen. Auch aus den Netzentgelten ist wenig Entlastung zu erwarten, denn in Bezug auf den Netzausbau besteht noch ein erheblicher Investitionsbedarf. Nach Angaben der Bundesnetzagentur liegt dieser bei 40 Milliarden Euro. Der Ausbau gewährleistet in der Zukunft, dass die erneuerbaren Energien auch dorthin gelangen, wo sie verbraucht werden. Das gilt insbesondere nach 2022, denn bis dahin möchte die Bundesregierung alle Atomkraftwerke nach und nach vom Netz nehmen. Um die Versorgung weiterhin zu gewährleisten, sind laut Bundeswirtschaftsministerium unter bmwi.de 7.500 Kilometer Übertragungsnetz zu optimieren.

Ein paar Stromspartipps zum Schluss

Keinen Strom zu verbrauchen, ist heutzutage unmöglich. Es ist jedoch möglich, mit ein wenig Achtsamkeit, die eine oder andere Kilowattstunde Strom einzusparen und somit die Haushaltskasse zu entlasten. Die Energieberatungsstelle unter verbraucherzentrale-sachsen.de hat noch viele weitere Energiespartipps.

  • Mit einem Wasserkocher ist es effizienter, Wasser zu erhitzen, als mit dem Elektroherd.

  • Mit einem Laptop lassen sich enorme Kosten einsparen gegenüber der Verwendung eines normalen Desktop-PCs. Ein Multimedia-PC verbraucht circa 200 Watt im normalen Betrieb, ein Laptop kommt mit etwa 30 Watt aus.

  • Strom sparen mit der Waschmaschine funktioniert auf zweierlei Arten:

    • Wäsche ohne Vorwaschprogramm waschen.

    • Moderne Waschmittel reinigen schon bei niedrigen Temperaturen sehr gut, also mehr bei 30 °C waschen.

  • Auf den Wäschetrockner verzichten und die Wäsche auf der Leine trocknen.