Ratgeber

sachsen-net.com

Was ist eine IP-Adresse?

Bild von Photo Mix auf Pixabay

Die IP-Adresse ist seit jeher fester Bestandteil des Internets: Wenig überraschend, schließlich basiert diese auf dem Internetprotokoll, das überhaupt erst für ein funktionstüchtiges globales Internet sorgt. Besonders ist die IP-Adresse auch deshalb, weil sie eine eindeutige Zuordnung gegenüber einem Netzwerk beziehungsweise dem Endnutzergerät ermöglicht.

Definition und Aufbau der IP-Adresse

Am besten lässt sich die IP-Adresse mit einer Straßenanschrift vergleichen: Ob in Leipzig, Dresden oder anderswo, mindestens jede bewohnte Straße hat einen Straßennamen, Hausnummer sowie die dazugehörige Postleitzahl - die Kombination aus allen drei Elementen stellt dann wiederum sicher, dass sich genau nachverfolgen lässt, wo sich genau diese Straße befindet.

Ähnlich ist es auch bei einer IP-Adresse. Als eindeutig identifizierbare Adresse dient sie sowohl dem Empfang als auch dem Absenden von Informationen - kurzum: der Kommunikation über das Netzwerk. Jede Webseite im Internet hat ebenso eine IP-Adresse wie auch der mit dem Internet verbundene Computer, der gerade zum Lesen dieses Artikels genutzt wird.

Mit entsprechenden kostenlosen Tools lässt sich die IP Adresse herausfinden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sowohl statische als auch dynamische IP-Adressen gibt - abhängig ist das unter anderem vom gewählten Internet-Provider. Dynamische IP-Adressen wechseln immer wieder, sobald der Router vom Netz getrennt wird - die Internetverbindung also kurzzeitig nicht besteht und sich der Router dann neu einwählt. Statische IP-Adressen bleiben hingegen unverändert bestehen und sind damit fest einem bestimmten Kunden zugewiesen.

Dynamische IPs werden vorwiegend bei Endverbrauchern genutzt, währenddessen hat eine Website eine statische IP.

Unterscheidung zwischen IP4 und IP6

Die heute weitverbreitete Form der IP-Adresse heißt genau genommen "IPv4". Sie setzt sich aus mehreren Zahlen zusammen, die in der Summe ungefähr so aussehen könnten: 192.168.178.31. Die Zahl hinter dem letzten Punkt ist dabei immer der Geräteteil der IP-Adresse, alle Zahlen davor ergeben den Netzwerkteil.

Weitaus länger, bestehend aus etwa 28 Zeichen, darunter Zahlen und Buchstaben, ist die IPv6-Adresse aufgebaut. Das liegt daran, dass die IPv4 auf 8-Bit-Basis zusammengesetzt wird, IPv6 hingegen auf 16-Bit-Basis. Die Notwendigkeit von IPv6 ergibt sich primär aus neuartigen Technologien wie beispielsweise dem Internet of Things (Internet der Dinge). Weil immer mehr Geräte mit dem Netzwerk und damit Internet interagieren, wird der Spielraum "freier" IPv4-Adressen allmählich knapp - durch die 16-Bit-Struktur von IPv6 wird also mehr freier Spielraum für mehr Geräte im Internet geschaffen.

IP-Adressen im Kontext des Datenschutzes

Die eigene IP-Adresse sollten Endverbraucher nicht Fremden mitteilen, denn sie verrät durchaus viel über das eigene Gerät - und könnte von Cyberkriminellen daher als Angriffspunkt genutzt werden. Es ist beispielsweise nicht schwierig, den genutzten Internet-Provider mittels der IP herauszufinden - wer Kunde bei der Telekom ist wird eine IP-Adresse haben, die mit 81, 91 oder 212 beginnt.

Auch ist es möglich Nutzer über die IP-Adresse zumindest einigermaßen genau zu orten. Wie genau ist von der Entfernung zum nächsten Internet-Einwahlknoten abhängig. Auf dem Land wird die Geo-Ortung eher ungenau sein, in Großstädten gibt es solche Einwahlknoten aber ungefähr alle 100 Meter - wodurch eine sehr präzise Ortung möglich ist.

Wer sich im Internet bewegt sollte zumindest wissen, was eine IP-Adresse ist - und warum die nicht in die Hände von Fremden gehört.

Rein technologisch ist die IP-Adresse notwendig. Aus Datenschutzgründen sollte sie aber nicht gegenüber Dritten ersichtlich gemacht werden. Die könnten sie sonst als Angriffspunkt und zur Ortung des heimischen Rechners nutzen - ganz egal ob, der in Chemnitz, Leipzig oder der Dresdner Hauptstraße steht.